Zink: Bedarf, gute Lebensmittel und wann Ergänzung sinnvoll ist

Wie viel Zink du brauchst, welche Lebensmittel es liefern, warum Phytat zählt und was das BfR zu Zinkpräparaten und Überdosierung sagt.

Zink ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann – es muss also regelmäßig mit der Nahrung kommen. Im Herbst stehen Zinkpräparate wieder prominent im Regal.

Doch wie viel Zink brauchst du wirklich, warum spielt dein Vollkornkonsum dabei eine Rolle – und wann wird es zu viel? Wir fassen zusammen, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Verbraucherzentrale sagen, und stellen sechs passende Produkte vor.

Frisch geerntete Kürbisse liegen an einem Herbsttag vor einer alten Scheune

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DGE empfiehlt Erwachsenen je nach Phytatzufuhr 7 bis 10 mg (Frauen) bzw. 11 bis 16 mg Zink pro Tag (Männer). Wer viel Vollkorn und Hülsenfrüchte isst, braucht mehr.
  • Gute Quellen sind Fleisch, Käse, Eier, Haferflocken, Linsen, Nüsse und Samen wie Kürbiskerne. Einweichen, Keimen und Sauerteig verbessern laut DGE die Zinkaufnahme aus Pflanzenkost.
  • Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das BfR höchstens 6,5 mg Zink pro Tag. Die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt bei 25 mg täglich.
  • Zu viel Zink kann die Kupferaufnahme hemmen und langfristig zu Blutarmut führen. Dass Zink Erkältungen vorbeugt, ist nicht belegt.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit, für Kinder oder wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, sprich bitte vor der Einnahme von Zinkpräparaten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke.

Wofür der Körper Zink braucht

Zink ist laut DGE Bestandteil zahlreicher Enzyme und Proteine. Es wirkt unter anderem bei Zellwachstum, Wundheilung, Stoffwechsel, Immunfunktion und Fortpflanzung mit.

Ein Mangel kann laut DGE unter anderem zu Hautekzemen, Durchfällen, Wundheilungsstörungen und erhöhter Infektanfälligkeit führen. Solche Beschwerden haben aber viele mögliche Ursachen.

Wer eher auf seine Zinkversorgung achten sollte

Insgesamt gilt die Versorgung in Deutschland laut Verbraucherzentrale als gut. Ein Mangel ist aber bei einigen Gruppen wahrscheinlicher:

  • Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren (mehr Phytat in der Kost)
  • Seniorinnen und Senioren
  • Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Menschen mit schweren Verbrennungen

Ähnliches gilt für Eisen, siehe Eisenmangel und eisenreiche Ernährung.

Zinkbedarf: Die DGE-Referenzwerte und die Rolle von Phytat

Phytat ist die Speicherform von Phosphor in Pflanzen und steckt vor allem in Vollkorn und Hülsenfrüchten. Es bindet Zink, sodass der Körper es schlechter aufnimmt. Die DGE unterscheidet deshalb drei Stufen: niedrig (rund 330 mg Phytat pro Tag, Proteinquellen vorrangig tierisch), mittel (rund 660 mg, Mischkost mit Fleisch oder Fisch, Vollkorn und Hülsenfrüchten) und hoch (rund 990 mg, viel Vollkorn und Hülsenfrüchte, Proteinquellen vorrangig oder ausschließlich pflanzlich).

Personengruppeniedrige Phytatzufuhrmittlere Phytatzufuhrhohe Phytatzufuhr
Frauen ab 19 Jahren7 mg8 mg10 mg
Männer ab 19 Jahren11 mg14 mg16 mg
Schwangere, 1. Trimester7 mg9 mg11 mg
Schwangere, 2. und 3. Trimester9 mg11 mg13 mg
Stillende11 mg13 mg14 mg

Für Kinder und Jugendliche gelten Werte unabhängig vom Phytat: von 3 mg (1 bis unter 4 Jahre) bis 11 mg (Mädchen) bzw. 14 mg (Jungen) mit 15 bis unter 19 Jahren.

Gute Zinkquellen im Alltag

Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Eier und Fisch liefern gut verwertbares Zink. Pflanzlich punkten Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen – Kürbiskerne nennt das Bundeszentrum für Ernährung als Quelle für Magnesium, Eisen und Zink. Einige Beispiele:

LebensmittelMengeZinkQuelle
Schweinefleisch, mager, gegart150 g3,51 mgDGE
Bergkäse60 g (2 Scheiben)3,06 mgDGE
Haferflocken60 g2,19 mgDGE
Roggenvollkornbrot100 g (2 Scheiben)1,53 mgDGE
Kidneybohnen, gekocht100 g1,20 mgDGE
Linsen100 g3,6 mgVerbraucherzentrale Bayern

Laut DGE lassen sich zu hohe Zinkmengen über die normale Ernährung in der Regel nicht erreichen.

Einweichen, Keimen, Sauerteig: So nutzt du Pflanzenkost besser

Laut DGE lässt sich Phytat durch diese Zubereitungsmethoden abbauen, was die Verfügbarkeit von Zink erhöht:

  • Einweichen von Hülsenfrüchten, Getreide oder Haferflocken, zum Beispiel als Overnight Oats
  • Keimen von Getreide oder Hülsenfrüchten, etwa im Keimglas
  • Sauerteiggärung beim Brotbacken
  • Außerdem verbessert tierisches Protein in derselben Mahlzeit die Zinkaufnahme.

Zink als Nahrungsergänzung: Höchstmenge und Überdosierung

Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tagesverzehrempfehlung. Enthält ein Präparat mehr als 3,5 mg pro Tag, soll laut BfR darauf hingewiesen werden, auf weitere zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten. Die tolerierbare Gesamtzufuhr aus allen Quellen liegt für Erwachsene bei 25 mg täglich – Zink steckt laut DGE neben Präparaten auch in Zahnpasta, Mundwasser oder Haftcremes.

Vorsicht bei hoch dosierten Präparaten: Viele Zinktabletten enthalten 15 oder 25 mg pro Stück. Dauerhaft viel Zink kann laut DGE und Verbraucherzentrale die Kupferaufnahme beeinträchtigen und zu Blutarmut führen; akut sind Übelkeit und Erbrechen möglich. Laut MSD Manual kann Zink zudem die Aufnahme bestimmter Antibiotika verringern – bei Medikamenteneinnahme bitte vorher in der Apotheke nachfragen.

Zink bei Erkältung: Was die Studien zeigen

Ein Cochrane-Review von 2024 hat 26 Studien ausgewertet. Die Verbraucherzentrale fasst zusammen: Dass Zink Erkältungen vorbeugt, ist nicht gesichert belegt. Nur mit sehr hohen Dosen von 45 bis 276 mg pro Tag als Lutschtabletten verkürzte sich die Erkältung um etwa zwei Tage – bei geringer Aussagekraft. Eine bestimmte Dosis ließ sich laut Pharmazeutischer Zeitung nicht empfehlen.

Solche Mengen liegen weit über der BfR-Höchstmenge. Von Zink-Nasensprays rät das MSD Manual ab: Sie können den Geruchssinn schädigen. Sanfte Ideen findest du in unserem Ratgeber zu Kräutertees in der Erkältungszeit.

6 Produkte für eine zinkbewusste Ernährung

Im Mittelpunkt stehen zinkliefernde Lebensmittel und Helfer für die Zubereitung. Als Ergänzung haben wir bewusst nur ein niedrig dosiertes Präparat mit 5 mg Zink pro Tablette aufgenommen.

1. Dalia Steirische Kürbiskerne Bio, roh (500 g)

Kürbiskerne passen perfekt in die Herbstküche und liefern Zink. Die Bio-Kerne von Dalia stammen laut Hersteller aus der Steiermark und sind roh, ungeröstet und naturbelassen.

Auf einen Blick

  • Bio, roh, ungeröstet
  • Herkunft laut Hersteller: Steiermark
  • 500 g

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Wofür eignen sich die Kerne?

Laut Hersteller für Müsli, Salate, Suppen, Gebäck oder als Snack.

Sind sie glutenfrei?

Der Hersteller kennzeichnet sie als glutenfrei. Bei Zöliakie prüfe die Angaben auf der Packung.

Worauf sollte ich achten?

Für kleine Kinder sind ganze Kerne wegen Verschluckungsgefahr ungeeignet.

2. Alnatura Bio Haferflocken Großblatt (500 g)

Haferflocken sind ein einfacher Zinklieferant: Laut DGE enthalten 60 g etwa 2,2 mg Zink. Die Alnatura-Flocken sind laut Hersteller Bioland-Haferflocken, aus dem vollen Korn großblättrig geflockt.

Auf einen Blick

  • Bio-Haferflocken aus dem vollen Korn (Bioland)
  • Großblatt, 500 g
  • Für Müsli, Porridge, Pfannkuchen

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Sind Haferflocken glutenfrei?

Diese Flocken sind nicht als glutenfrei ausgelobt. Bei Zöliakie achte auf ausdrücklich glutenfreie Produkte.

Warum soll ich Haferflocken einweichen?

Einweichen kann laut DGE Phytat abbauen und so die Verfügbarkeit von Zink verbessern – zum Beispiel als Overnight Oats.

Womit kombiniere ich sie?

Etwa mit Milch oder Joghurt – tierisches Eiweiß verbessert laut DGE die Zinkaufnahme.

3. Alnatura Bio Rote Linsen (400 g)

Für Linsen nennt die Verbraucherzentrale Bayern etwa 3,6 mg Zink pro 100 g. Rote Linsen von Alnatura sind laut Hersteller in wenigen Minuten zubereitet – etwa für Dal oder Suppen.

Auf einen Blick

  • Bio-Qualität, pflanzlich
  • Kurze Garzeit laut Hersteller
  • 400 g

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Muss ich rote Linsen einweichen?

Nötig ist es nicht, sinnvoll kann es sein: Einweichen kann laut DGE den Phytatgehalt senken.

Wie bekomme ich mehr Zink aus Linsengerichten?

Kombiniere sie mit Joghurt oder Ei, sofern das zu deiner Ernährung passt, oder mit Sauerteigbrot.

Was tun bei Blähungen?

Wer Hülsenfrüchte nicht gewohnt ist, beginnt am besten mit kleinen Portionen.

4. GreenSeeds Sprossenglas Starter-Set mit Kressesieb (1.000 ml)

Keimen kann laut DGE Phytat abbauen. Das Set zum Sprossenziehen besteht laut Hersteller aus einem 1.000-ml-Glas mit Edelstahl-Gitterdeckel, Ständer, Keramikschale und Kressesieb.

Auf einen Blick

  • 1.000 ml Keimglas mit Edelstahldeckel
  • Ständer, Keramikschale und Kressesieb
  • Mit gedruckter Anleitung „Sprossen-ABC“

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Welche Samen eignen sich?

Nutze als Keimsaat angebotene Samen. Das beiliegende Sprossen-ABC gibt laut Hersteller Tipps dazu.

Worauf muss ich bei der Hygiene achten?

Spüle die Sprossen regelmäßig mit frischem Wasser und reinige das Glas gründlich. Riechen sie unangenehm oder schimmeln, entsorge sie.

Sind rohe Sprossen für alle geeignet?

Nein. Für besonders empfindliche Menschen, etwa Schwangere, Kleinkinder oder Immungeschwächte, empfiehlt das BfR nur ausreichend erhitzte Sprossen.

5. Zinkletten Verla Himbeere – 5 mg Zink (100 Lutschtabletten)

Eine Zinkletten-Lutschtablette enthält laut Hersteller 5 mg Zink als Zinkcitrat und 30 mg Vitamin C. Sie werden ohne Wasser gelutscht oder gekaut.

Wichtig: Der Hersteller nennt 1 bis 2 Lutschtabletten pro Tag. Mit einer Tablette (5 mg) bleibst du unter der BfR-Höchstmenge von 6,5 mg, zwei Tabletten (10 mg) liegen darüber.

Auf einen Blick

  • 5 mg Zink (Zinkcitrat) + 30 mg Vitamin C pro Tablette
  • 100 Lutschtabletten, Himbeergeschmack
  • Vegan, glutenfrei, ohne Laktose (laut Hersteller)

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Wie viele Tabletten nehme ich pro Tag?

Eine Tablette (5 mg) liegt unter der BfR-Höchstmenge von 6,5 mg. Kombiniere sie nicht mit weiteren zinkhaltigen Präparaten.

Sind die Lutschtabletten für Kinder geeignet?

Für Kinder gelten niedrigere Referenzwerte. Sprich eine Zinkergänzung bitte mit der Kinderarztpraxis ab.

Was ist bei Medikamenten zu beachten?

Zink kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika verringern. Wenn du Medikamente einnimmst, frag in der Apotheke nach dem richtigen zeitlichen Abstand.

6. Buch: Vegetarische und vegane Ernährung (UTB) – Claus Leitzmann

Wer tiefer in die Nährstoffversorgung bei pflanzenbetonter Kost einsteigen möchte, findet in diesem Fachbuch von Claus Leitzmann aus dem UTB-Verlag Hintergrundwissen.

Auf einen Blick

  • Fachbuch zu vegetarischer und veganer Ernährung
  • Autor: Claus Leitzmann, Verlag UTB
  • Hintergrundwissen statt Rezeptsammlung

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Fragen und Antworten zu diesem Produkt

Für wen eignet sich das Buch?

Für alle, die sich vegetarisch oder vegan ernähren und die Nährstoffversorgung besser verstehen möchten.

Ersetzt das Buch eine Ernährungsberatung?

Nein, eine individuelle Beratung kann es nicht ersetzen.

Gibt es Rezepte?

Es ist ein Fachbuch; für Rezeptideen passt ein Kochbuch besser.

Wann du ärztlichen Rat suchen solltest

  • Du hast länger Beschwerden wie schlecht verheilende Wunden, Hautveränderungen, Durchfälle oder häufige Infekte.
  • Du hast eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, bist schwanger, stillst oder nimmst regelmäßig Medikamente.
  • Du hast über Wochen hoch dosiertes Zink eingenommen – dann sollte ein möglicher Einfluss auf den Kupferhaushalt abgeklärt werden.

Häufige Fragen zu Zink

Wie viel Zink brauche ich pro Tag?

Die DGE empfiehlt Frauen ab 19 Jahren je nach Phytatzufuhr 7, 8 oder 10 mg und Männern 11, 14 oder 16 mg Zink pro Tag. Bei vorwiegend pflanzlicher Kost mit viel Vollkorn gilt der höhere Wert.

Welche Lebensmittel enthalten viel Zink?

Gute Quellen sind Fleisch, Käse, Eier und Fisch sowie Haferflocken, Vollkorn, Linsen, Nüsse und Samen wie Kürbiskerne.

Brauche ich bei veganer Ernährung ein Zinkpräparat?

Nicht zwingend. Laut DGE lässt sich der Bedarf auch pflanzlich decken, wenn du gezielt zinkreiche Lebensmittel wählst und Einweichen, Keimen oder Sauerteig nutzt.

Wie viel Zink ist zu viel?

Die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt bei 25 mg pro Tag. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg täglich. Dauerhaft zu viel Zink kann die Kupferaufnahme hemmen und zu Blutarmut führen.

Hilft Zink gegen Erkältungen?

Eine vorbeugende Wirkung ist nicht gesichert belegt. In Studien verkürzten sehr hohe Dosen als Lutschtabletten die Erkältungsdauer um etwa zwei Tage, die Aussagekraft ist aber gering.

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Über diesen Ratgeber

Redaktion: Die ellafind-Redaktion recherchiert Gesundheitsthemen anhand öffentlich zugänglicher Informationen von Behörden, Fachgesellschaften und pharmazeutischen Fachquellen. Wir sind keine Ärztinnen oder Apotheker und geben keine individuellen Empfehlungen.

Auswahlkriterien der Produkte: nachvollziehbare Zusammensetzung bzw. Zulassung als Arzneimittel, klare Anwendungshinweise des Herstellers, gute Verfügbarkeit, viele und überwiegend positive Kundenbewertungen sowie ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir haben die Produkte nicht selbst im Labor getestet.

Quellen (Auswahl):

Wichtig: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich bitte an deine Hausarztpraxis oder Apotheke.

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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